Datum: 27.09.2011
Sven Barth sackt den Titel ein

Die Gesamtsieger Sven Barth und Tommy Tulpe

Platz zwei und GT-Sieg für Barth/Koller

Jürgen Schlager siegte in der Division 3.7

Bender/Dechent machten den GT-Titel vorzeitig klar

Groer/Steding gewannen die Division 2

Mosca/Scarpellini siegen in der GT4
Sven Barth machte in Monza mit einem starken Auftritt seinen ersten Meistertitel bei den AvD 100 Meilen perfekt. Teamkollege Tommy Tulpe hatte den PRC Turbo an erster Stelle liegend übergeben und Sven Barth brauchte nur noch einzulochen. Die GT-Wertung war bereits in Dijon entschieden. Somit konnten Jürgen Bender und Martin Dechent entspannt ins Finale gehen. Den GT-Sieg in Italien sicherten sich jedoch Hans-Peter Koller und Fredy Barth (Porsche 997 GT3 Cup).

Der Titelgewinn war für Sven Barth im Grunde nur reine Formsache. Nur ein einziges Mal hatte der PRC Pilot nicht ganz oben auf dem Treppchen gestanden. Damals siegte in einer spannenden Schlussphase Gerd Beisel. Da der Norma-Pilot in Monza fehlte, gab es am fünften Saisonsieg nichts zu rütteln. Tommy Tulpe fuhr den Start und musste zunächst die Attacken von Fredy Barth abwehren. Mit zunehmender Renndauer setzte sich der offene Sportwagen aber mehr und mehr ab. Bereits in Runde 19 kam Tommy Tulpe zum Fahrerwechsel an die Box. Auf Platz zwei liegend fuhr Sven Barth wieder auf die Strecke. Als der führende Porsche von Fredy Barth die Box ansteuerte, holte sich der PRC Pilot Rang eins zurück. Mit einer Runde Vorsprung im Ziel machte Sven Barth seinen Titel perfekt. „Titel geholt, Rennen gewonnen, somit alles prima. Wir haben heute alles erreicht, was wir umsetzen wollten. Vom Zeittraining wussten wir, dass wir genügend Vorsprung herausfahren können. Somit war das ausgegebene Ziel, das Auto heil nach Hause zu bringen. Das ist uns auch gut gelungen. Jetzt freuen wir uns erst mal über den Titel“, gab Sven Barth zu Protokoll.

Groer/Steding holten Division 2 Sieg
Bei sommerlichen Temperaturen kamen dabei sowohl Sven Barth, als auch Tommy Tulpe mächtig ins Schwitzen. Beide Piloten leisteten sich in Monza einen Doppeleinsatz, der ebenfalls mit Pokalen belohnt wurde. Sven Barth fuhr im Batmobil-PRC Honda den Start und übergab in Runde 17  das Volant an Prinz Marcus von Anhalt. Der holte sich mit Rang drei in der Division 2 vor Schönau/Behler (Radical SR3) seine erste Podestplatzierung. Dementsprechend zufrieden war er mit seinem zweiten Renneinsatz bei den AvD 100 Meilen – zumal der neu aufgebaute PRC erst in Monza wirklich fertig wurde. „Das hat heute super Spaß gemacht. Das Auto ist ja ganz neu. Zwischendurch gab es da noch Probleme mit dem Gas, da der Zug ab und zu hängen blieb. Ich habe das Auto mit Sven Barth geteilt und bin im zweiten Teil des Rennens gefahren. Auf dem Podest zu stehen war natürlich ein schönes Gefühl. Wem gefällt das nicht. Das hat heute schon gut gepasst. Da werden noch weitere Einsätze folgen“, war Prinz Marcus von Anhalt zufrieden. Tommy Tulpe kletterte nach seinem ersten Stint im großen PRC in den PRC Honda von Evi Eizenhammer. Die einzige Frau im Feld machte ihre Sache gut und Tommy Tulpe brachte den 2-Liter PRC souverän als Klassenzweiter über den Zielstrich. Sieger der Division 2 wurden Dr. Norbert Groer und Walter Steding im PRC Honda. „Norbert Groer ist am Anfang sehr schöne Zeiten gefahren. Dann hatten wir ein Problem mit der Technik, weil sich rechts hinten der Diffusor gelöst hatte. Beim Fahrerwechsel haben wir versucht diesen wieder fest zu machen. Der hat sich aber sehr schnell verabschiedet und ich bin irgendwann ohne angekommen. Aber es hat sich nur mäßig auf die Geschwindigkeit ausgewirkt, somit ist alles gut gegangen. Wir haben noch Glück gehabt, dass wir den ersten Platz in der Klasse nach Hause fahren durften“, so Steding.

Profihafte Unterstützung bei den GT‘s
Bei den GT-Fahrzeugen dominerte das Schweizer Duo Fredy Barth und Hans-Peter Koller im Porsche 997 GT3 Cup. Fredy Barth legte bei seinem Startstint ordentlich vor und konnte teilweise sogar den Führenden Tommy Tulpe ärgern. Der WTCC Pilot ließ es ordentlich krachen – trotz anfänglicher Gewöhnungsprobleme. „Das hat alles gepasst. Ich musste mich aber erst an das Auto gewöhnen. Ich bin hier nur die zwei Runden im Qualifying gefahren. Ich war da erstmals wieder im Cup Porsche unterwegs und musste mich vom Fronttriebler auf Hecktriebler umgewöhnen. Es hat Spaß gemacht hier in Monza“, zeigte sich der Schweizer Profipilot mit seinem Einsatz bei den 100 Meilen zufrieden. Durch dessen Boxenstopp lag der Cup 911er zeitweise auf Rang eins. Nach dem Stopp in der 24 Runde ging Koller als Zweiter zurück auf die Strecke. Die Position gab der Eidgenosse bis zum Fallen der schwarz-weiß karierten Flagge nicht mehr ab. „Das hat natürlich Spaß gemacht mit so viel Luft das Rennen zu Ende zu fahren. Da ist man dann auch richtig entspannt. Ich habe das Auto mehr oder weniger nach Hause getragen. Nach der Vorlage konnte eigentlich nicht mehr viel schief gehen“, lobte Koller seinen Teamkollegen.

Jürgen Schlager (Porsche 993 GT2) legte gegen Rennende zwar noch einmal zu. Doch im Ziel hatte der Turbo Porsche noch eine Runde Rückstand aufzuweisen. Hätte die Dodge Viper GTS-R von Maurizio Strada und Massimo Morini nicht gleicht zu Rennbeginn lange gestanden, wäre es womöglich noch einmal eng geworden. Die Italiener hatten sich in Runde zwei gegen den GT2 Porsche durchgesetzt und Platz drei fest in der Hand, als Probleme an der weißen Viper auftraten. Nach 23 Minuten ging die Rennschlange erneut auf die Strecke. Doch die Zeit reichte nicht mehr aus, um in die Wertung zu kommen. Den zweiten Platz in der Division 3.7 holte sich somit der Gesamtfünfte Cesare Cremonse im BMW M3 E92.

Bender/Dechent riskieren nach vorzeitigem Titelgewinn nichts
Davor beendeten Jürgen Bender und Martin Dechent als Vierte und zweite der Division 3.5 das Rennen. Nachdem der Titel bereits in Frankreich eingetütet war, musste das Duo nicht mehr alles riskieren. Wie schon in Dijon trat das Team mit zwei Fahrzeugen an und war somit gleich doppelt auf dem Podest der Division 3.5 vertreten. „Um mit Barth/Koller mitzuhalten hätten wir in neue Reifen investieren müssen. Aber da wir als Meister schon feststanden, war dies doch eine zu große Summe, die man da hätte reinpacken müssen. So sind wir heute Zweiter geworden, was auch in Ordnung ist“, meinte Jürgen Bender. Vierter wurde hier Peter Eichenberger in einem weiteren Cup Porsche, während die Italiener Reggiani/Antonioli (Porsche 996 GT3 Cup) in Runde 22 die Segel streichen mussten.

Die Division der Evonik GT4 Fahrzeuge war fest in einheimischer Hand. Dementsprechend groß war die Stimmung bei der Siegerehrung. Das Duo Eugenio Mosca und Pierre Scarpellini holten sich im rund 370 PS starken BMW M3 E36 den Sieg vor den Landsleuten Mauro Simoncini und Giovanni Dalla Pozza (Nissan 350Z). Die Division bis 2000 ccm ging an die Fahrerpaarung Semeraro/De Marco im Alfa Romeo 147 JTD.

Text&Fotos: Patrick Holzer - auto-rennsport.de
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