Datum: 13.02.2010
Neues aus dem Haus Pedrazza (PRC)
PRC setzt beim Bau seines neuen Sportprototypen erstmals auf eine digitale Konstruktions- und Entwicklungskette – und verzichtet fast vollständig auf etablierte Design-Tools wie Zeichenbrett oder Windkanal.

Fast ein halbes Jahrhundert dominierten im Sportwagenbau so simple Hilfsmittel wie Zeichenbretter oder Knetmasse für den Modellbau. Auch im Windkanal ging es meist mit einfachen Wollfäden zur Sache. Diesmal wird aber alles anders. Bei der Entwicklung des neuen Gruppe CN Sportprototypen PRC WPR60 ( für die Sports Car Challenge (SCC) wurde dieser Plunder radikal über Bord geworfen. Der neue Weg sieht bei PRC so aus: Das Fahrzeug wird im CAD-Computer dreidimensional entwickelt, dann werden alle digitalen Bauteile so verzahnt, dass sie mittels CFD-Technik auf ihre aerodynamische Tauglichkeit überprüft werden können. Ohne ein Modell zu bauen können die PRC Techniker das 3D-Bild des Rennwagens (vergleiche Bilder unten) über ein Virtual Reality System bearbeiten. Ein besonderer Leckerbissen ist die Detailtreue beim Heranzoomen einzelner Baugruppen wie zum Beispiel die Aufhängungen des Hinter- und Vorderautos. Im letzten Arbeitsschritt werden die Fahrzeugdaten in einen Simulator eingespeist, wo die praktische Erprobung des Fahrzeuges durch den Rennfahrer beginnt. Der neue 700 Kilo schwere Sportprototyp wird in seiner höchsten Ausbaustufe von einem VW Turbomotor befeuert, dessen Leistung auf 460 PS nach unten (!) begrenzt wird. Auch ist die neue Konstruktion auf die Aufnahme bekannter Motorenaggregate, wie BMW 3 Liter oder Honda 2 Liter, vorbereitet. Getriebeseitig setzt Pedrazza Racing Cars auf Bewährtes: Ausschließlich Hewland und Drexler kommen zum Einsatz.

Der Rollout des ersten komplett digital konstruierten PRC Rennwagens ist für Frühjahr 2010 geplant. Bis dahin werden noch viele Terabyte Daten für weitere Detailarbeiten, insbesondere Abstimmungen und Optimierungen, die im Zusammenhang mit der sehr aufwändigen und wichtigen numerischen Strömungsmechanik stehen, abgespeichert werden. Der Mann, der so radikal und so ausschließlich auf neue Technologien vertraut, ist Emanuel Pedrazza. „Tests auf den Rennstrecken sind zeitintensiv und oftmals eine reine Geldverschwendung“, glaubt Emanuel Pedrazza, der einen regulären Testtag auf 15.000 Euro ansetzt. Fimenchef Walter Pedrazza ergänzt: "Wer Geld, Zeit und Grips in Hochtechnologie investiert, schneidet in der Zukunft besser ab. Das gilt für uns und unseren Kunden gleichermaßen".

Übrigens, beim WPR60 handelt es sich um ein Jubiläumsmodell. Es ist der letzte und zugleich modernste Sportwagen unter der heuer zu Ende gehenden Ära Walter Pedrazza, wobei der WPR Walters Namensinitialen trägt und die 60 für den heurigen runden Geburtstag des ewig jungen und dynamischen Firmenchefs stehen.
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