Datum: 12.09.2010
AvD race weekend in Monza
Rennen im italienischen Monza haben bei den AvD race weekends mittlerweile Tradition. Daher geht es in diesem Jahr vom 24.- 26. September zum vierten Mal in das Autodrom im königlichen Park der italienischen Stadt Monza. Wie die Jahre zuvor ist es Rennleiter Rudi Philipp gelungen zahlreiche interessante Rennserien nach Italien zu locken. Ein Grund liegt sicherlich in der Faszination der Hochgeschwindigkeitsrennstrecke.

Das Autodromo Nazionale Monza zählt zu den eindrucksvollsten Rennstrecken der Welt. Im September 1922 eröffnet und seit 1950 Austragungsort der Formel 1 Weltmeisterschaft ist die 5,763 km lange Piste Ort zahlreicher Erfolge, aber auch Tragödien. So kamen hier Wolfgang Graf Berghe von Trips und Jochen Rindt ums Leben. Mittlerweile ist die Strecke sicherer und den strengen Bedingungen der Formel 1 angepasst. Charakteristisch für Monza ist der hohe Vollgasanteil von ca. 70 Prozent. Früher war dieser noch höher, als zwei Steilkurven befahren wurden, die man noch heute bei einem Spaziergang im königlichen Park entdecken kann und eindrucksvolles Zeugnis der Vergangenheit sind.

Wirklich viel Zeit bleibt angesichts des straffen Zeitplans wohl eher nicht, um durch die 688 ha große Parkanlage zu schlendern, die damit sogar größer als der Central Park in New York ist. Insgesamt zehn Rennserien werden von Freitag bis Samstag die Rettifilo nach der langen Start- und Zielgeraden anbremsen. Nach den Testfahrten am Freitagmorgen wird es für die Rennserien mit den Qualifyings ernst, ehe am Samstag die ersten Rennen auf dem Programm stehen. So geht es für die DMV Touring Car Championship, der Sports Car Challenge, dem Histo Cup, BMW 325 und Young Timer bereits um Punkte und Positionen. Dazu starten der aktuelle LO Renault Clio Cup gemeinsam mit dem Renault Classic Cup, so wie die Nachwuchsformelserien LO Formel LISTA Junior und LO Formel Renault 2,0 CH.

Weitere interessante Rennen kommen am Sonntag auf die Besucher und Teilnehmer zu. Die Porsche Club Historic Challenge wird gemeinsam mit den aktuelleren Fahrzeugen des 996 Cup zweimal auf die Strecke gehen. Neben weiteren Rennen der österreichischen Young Timer, Histo Cup und BMW 325, sowie den beiden Formelserien steht mit den AvD 100 Meilen ab 14.20 Uhr ein Rennen über 80 Minuten an.

Bei nur noch zwei Rennen geht es bei den AvD 100 Meilen in die Endphase der Saison. Martin Dechent und Jürgen Bender (Porsche 997 Cup) reisen als Tabellenführer der GT- und Tourenwagen nach Monza. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass das Duo nach 2008 zum zweiten Mal den Titel einfährt. Für Jürgen Bender wäre es gar Titel Nummer drei, nachdem er im Premierenjahr noch als Solist souverän zum Meistertitel fuhr. Rainer Noller (Porsche 997 Cup) muss wohl schon auf eine Nullnummer hoffen, damit er noch ernsthafte Titelansprüche stellen kann. Läuft alles nach Plan, so könnte der Titel schon in Monza perfekt gemacht werden.

Spannend wird es bei den Sportwagen, wo Gerd Beisel (Norma Nissan) am bisherigen Tabellenleader Mirco Schultis im PRC Honda nach dessen Ausfall in Dijon vorbeigezogen ist. Mit nur sechs Punkten Rückstand hat Schultis dennoch weiterhin beste Chancen im Titelkampf. Gesamtdritter ist Oschersleben-Sieger Mauro Barisone (Lucchini BMW), der in Monza sein Heimrennen bestreitet. Nachdem er im letzten Jahr noch hinter Jürgen Güllert als Zweiter ins Ziel einlief, würde der Italiener nur allzu gerne in Monza den Sieg einfahren.

Spätestens nach dem letzten Saisonlauf im badischen Hockenheim vom 08.-10. Oktober wird feststehen, wer bei den GT- und Tourenwagen bzw. den Sportwagen den Meisterpokal in Empfang nehmen wird.

Text: Patrick Holzer 
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